Material- und Informationsfluss sichtbar machen
Logistikprobleme zeigen sich selten dort, wo sie entstehen: als Fehlteil in der Montage, als Sonderfahrt, als übervolles Lager oder als Suchaktion im Wareneingang. Wir verfolgen den Weg von Material und Aufträgen durch Ihren Betrieb – Bestellung, Wareneingang, Lager, Fertigung, Versand – und den Informationsfluss dahinter.
So wird sichtbar, wo Wartezeiten, doppelte Erfassungen, unnötige Wege und überhöhte Bestände entstehen. Daraus leiten wir Maßnahmen ab, die zu Ihrem Betrieb passen – vom Gewerbebetrieb mit einem Lagerraum bis zum Produktionsbetrieb mit mehreren Standorten.
Lager und Bestände
Ein Lager soll Material verlässlich bereitstellen, nicht möglichst viel davon aufbewahren. Wir sehen uns an, was wo liegt, wie oft es gebraucht wird und wie lange die Wiederbeschaffung dauert:
- Lagerorganisation: Lagerplätze, Wege, Kommissionierung und Kennzeichnung – häufig benötigte Teile nahe an Fertigung und Versand, selten benötigte weiter weg
- Chaotische Lagerhaltung: Ware wird dort eingelagert, wo Platz frei ist, das System merkt sich den Ort. Das nutzt die Fläche besser, setzt aber konsequente Buchungen voraus.
- Bestandsmanagement: Mindestbestände, Bestellpunkte und Losgrößen auf Basis von Verbrauch und Wiederbeschaffungszeit
- Bestandsgenauigkeit: Inventur, Buchungsdisziplin und Kennzahlen, auf die sich Einkauf und Produktion verlassen können
Transporte und Importlogistik
Transportleistungen lassen sich ausschreiben wie andere Einkäufe auch. Entscheidend sind nicht nur Frachtraten, sondern Laufzeiten, Zuverlässigkeit, die Lieferbedingungen nach Incoterms und die Frage, wer welches Risiko trägt.
Bei Ware aus Fernost kommen lange Vorlaufzeiten, Pufferbestände und die Zollabwicklung dazu. Wer bestimmte Waren aus Eisen, Stahl oder Aluminium aus Drittstaaten einführt, sollte außerdem das CO₂-Grenzausgleichssystem CBAM im Blick haben: Seit 2026 gilt eine Schwelle von 50 Tonnen CBAM-Waren je Importeur und Kalenderjahr, darüber braucht es den Status als zugelassener CBAM-Anmelder. Eine Ausweitung auf weiterverarbeitete Stahl- und Aluminiumprodukte wird auf EU-Ebene verhandelt (Stand Oktober 2026).
Datenaustausch und Terminsteuerung
Je weniger Daten von Hand übertragen werden, desto weniger Fehler entstehen. Elektronischer Datenaustausch mit Lieferanten und Kunden – etwa Bestellungen, Lieferavis und Bestandsdaten im XML-Format – macht Lieferketten transparent und ermöglicht Modelle, bei denen der Lieferant Ihren Bestand mitsteuert.
Steuert der Lieferant den Bestand mit, etwa bei C-Teilen, sinkt der Bestellaufwand deutlich. Voraussetzung sind klare Vereinbarungen über Mindest- und Höchstbestände, Datenqualität und Abrechnung.
In der Produktion zählt die Terminsteuerung: Liefertermine überwachen, Engpässe früh erkennen und Beschaffung und Fertigung aufeinander abstimmen. Ein einfacher Terminplan mit festen Zuständigkeiten bringt oft mehr als ein neues System.
Aus der Praxis
Peter Mayer hat in Industriebetrieben See- und Landtransporte ausgeschrieben, eine Logistikkette mit externem Lager für Importware aus Fernost aufgebaut und den Zukauf aus China und Taiwan organisiert. Dazu kommen XML-Datenaustausch und Inventory Management zwischen Lieferanten und Kunden, ein chaotisches Lagersystem sowie die Terminüberwachung und Steuerung der Einkaufs- und Produktionslogistik. Für Betriebe im Mostviertel und in ganz Niederösterreich übertragen wir diese Erfahrung auf den passenden Maßstab.
Weiterführende Links
- WKNÖ: Ablauf der geförderten Beratung ↗Wie die Wirtschaftskammer Niederösterreich eine Beratung fördert – vom Antrag bis zur Abrechnung.
- WKNÖ: Welche Förderung gibt es für mein Projekt? ↗Fördersätze und Programme der geförderten Beratung im Überblick.
- BMF: Zoll ↗Einfuhr, Ausfuhr und Zollverfahren – Informationen des Finanzministeriums.
- TARIC – EU-Zolltarif ↗Zolltarifnummern und Zollsätze der EU nachschlagen.